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FPV, Augmented Reality und die Brille der Zukunft

Auf manchen Modellflugplätzen und und auf Youtube sind sie zu sehen: die FPVler. Das sind technikbegeisterte Modellpiloten, die ihr Modellflugzeug durch eine Brille fliegen und so ein ein Fluggefühl haben, als würden Sie selbst im Modellflugzeug sitzen. Auf dem Flieger haben Sie eine Kamera, die über eine AV-Funkverbindung das Bild direkt zur Videobrille sendet. Bei weiteren Entfernungen werden spezielle Diversity-Empfänger dazwischen geschaltet, um den Empfang sicherzustellen. 

In den Brillen selbst, sieht man aber nicht nur das Bild, das die Kamera gerade aufnimmt, sondern noch allerlei Zusatzinformationen, die sowohl das Fliegen selbst, als auch die Navigation erleichtern.

Zusatzinformationen über das OSD einblenden

Über ein sogenanntes OSD (On Screen Display) werden z.B. die aktuelle Geschwindigkeit, die Höhe, Steigrate, Kompass, Home-Position, Entfernung, Akkuspannung, Stromverbrauch, Empfangsstärke und sonstige Informationen eingeblendet. So verliert man nie die Orientierung und kann in sicherer Höhe fliegen, ohne einen Strömungsabriss zu riskieren. Der künstliche Horizont bietet außerdem ein noch realistischeres Fluggefühl in allen Lagen.

Je nach OSD kann man sich Schwellwerte Einprogrammieren, die per Ohrhörer eingespielt werden, um z.B. bei einer bestimmten Höhe oder einem bestimmten Abstand gewarnt zu werden. Das eingeblendete Bild lässt sich weiterhin konfigurieren, so dass jeder die für ihn wichtigen Informationen am richtigen Platz findet. Der eine mag lieber wenige Informationen in Textform, dafür aber groß dargestellt und der andere will lieber grafische Informationen, wie im echten Cockpit überlagert sehen.

Rasante Entwicklung hin zur Massentauglichkeit dank Augmented Reality

Derzeit sind es nur wenige Piloten, die dieses Hobby praktizieren. Das liegt vor allem daran, dass es auch noch nicht genügend fertige FPV Lösungen zu kaufen gibt und diese oft sehr teuer sind. Viele FPV Begeisterte bauen sich ihre Komponenten großteils selbst zusammen.

Derzeit findet allerdings eine sehr interessante parallele Entwicklung statt, die sich auch positiv auf die FPV-Szene auswirken wird. Augmented Reality lautet das Schlagwort. Das bedeutet, dass die Realität, ähnlich wie beim FPV über ein OSD mit Zusatzinformationen angereichert werden wird. Erste Entwicklungen laufen schon. In ein paar Jahren - da bin ich mir sicher - wird das ein sehr großes Thema sein. Es wird Brillen geben, die kaum von normalen Brillen zu unterscheiden sind und die dennoch mit dem Smartphone kommunizieren und wichtige Zusatzinformationen in die Brille einblenden werden. Ob sich diese Brillen dann auch für das klassische FPV einsetzen lassen, sei noch dahin gestellt. Sprachausgabe, wie sie derzeit von Graupner angeboten wird, könnten dann allerdings überflüssig werden, da diese Informationen auch in der Brille während des Sichtfluges angezeigt werden können. 

In Zukunft wird man dank Augmented Reality in der Brille einen Hinweis bekommen, wenn eine neue Mail eingegangen ist oder man bekommt detaillierte Informationen zu einem Produkt, welches man gerade betrachtet. In welche Richtung das geht, zeigt die Firma Lumus http://www.lumus-optical.com

Diese ganze Entwicklung wird sich auch positiv auf uns FPV Piloten auswirken. Nicht, dass wir immer wissen wollen, ob Facebook uns was zu sagen hat, interessant ist vor allem, dass die Komponenten dadurch günstiger und besser werden. Die Firma Zeiss entwickelt z.B. derzeit eine OLED Videobrille, die sicher primär für den Entertainment Markt bestimmt ist, die aber auch für FPV genutzt werden kann. 

Auch Lipo Zellen wären heute sicher nicht so günstig, wenn diese nicht in Handys verbaut würden. Es wird also kommen, wie schon so oft aus einer Nische wird Mainstream und sobald die großen Hersteller auf den Zug aufspringen werden die Produkte günstiger, vielfältiger und besser.

In diesem Sinne: Welcome Aumented Reality!