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FY 31 AP Autopilot für Modellflugzeuge

Endlich ist der da: Der FY 31 AP Autopilot von Fyetech. Dabei handelt es sich um einen Autopiloten für Modellflugzeuge. Im Gegensatz zum Revolectrix Copilot und dem FY 20 A handelt es sich beim FY 31 AP um mehr als nur ein Stabilisierungssystem. Der FY 31 AP unterstützt auch zusätzlich Return to Home, sowie Kreisen auf der Stelle und außerdem das Fliegen nach Wegpunkte. In Verbindung mit einer kostenlosen Ground Control Software kann man sogar Routen planen und per Mausklick neue Ziele ansteuern. Alleine das GPS gestützte Kreisen an einem definierten Punkt ist für FPV Flieger interessant, da man so die Funktechnik reproduzierbar testen und optimieren kann. Mein Erfahrungsbericht soll Interessenten helfen zu entscheiden, ob der Autopilot für sie eine sinnvolle Anschaffung oder eher eine Spielerei ist.

Die Hardware

Im Vergleich zum FY 20 A wird der FY 31 AP in einem Metallgehäuse geliefert und ist noch kompakter. Gerade beim Einbau in einen Easystar ist das sehr hilfreich, da es dort auf jeden Millimete rankommt. Im Rumpf selbst hat man ca 40 mm Platz in der Breite. Man bekommt so den FY 31 AP, sowie das Hornet OSD und den Empfänger gut untergebracht. Zu den eigentlichen Maßen muss man noch die notwendigen Vibrationsdämpfer hinzurechnen. Obwohl der FY 31 AP umempfindlicher gegen Vibrationen sein soll, halte ich eine ausreichende Dämpfung dennoch für absolut notwendig.

Alle notwendigen Kabel werden sauber konfektioniert mitgeliefert. Sie sitzen stramm und können sich nicht von selbst lösen. Die Kabel machen einen hochwertigen Eindruck und sind ausreichend flexibel.

Die Anleitung von Autopilot und OSD

Die Anleitung für den FY 31 AP gibt es leider nur auf Englisch. Sie liegt dem Autopiloten bei. Eine aktuelle online-Version ist als PDF ebenfalls verfügbar. Dort sind aktuell aber noch ein paar kleine Fehler drin, was bei der beiliegenden Anleitung so nicht ist. Die Anleitung sollte sehr genau durchgearbeitet werden, da 12 Volt, 5 Volt und 3,3 Volt im Spiel sind und man das System durch falsche Steckverbindungen schnell zerstören kann. Alles in allem ist die Anleitung umfangreich und ausreichend. 

Der Einbau ins Modellflugzeug

F4F Wildcat von Parkzone mit eingebautem Autopilot
F4F Wildcat von Parkzone mit eingebautem Autopilot
FY 31 AP und GPS Sensor Einbau
FY 31 AP und GPS Sensor Einbau

Für den Erstflug habe ich mir eine F4F Wildcat von Parkzone ausgesucht. Dieser Mitteldecker ist ein sehr angenehmer und gutmütiger Flieger, der über alle Achsen sauber steuerbar ist und schön ruhig fliegt. Im Rumpf hat der Sensor auf einer zusätzlichen Balsaplatte gut Platz und der GPS-Sensor kann wunderbar mit einem doppelseitigen Klebeband in die Kabinenhaube geklebt werden. So sieht man dann nicht nur die Status-LED des GPS-Sensors, sondern auch die zwei LEDs des Autopiloten.

Mit den beiliegenden verdrillten Kabeln ist die Verbindung zwischen dem Empfänger und dem Autopiloten sehr sauber realisierbar. Die Stromversorgung geschieht durch das BEC über den Stabilisator. 

Genau wie der FY 20 a, so hat auch der FY 31 AP keine Möglichkeit, beide Querruder separat anzusteuern. Über ein V-Kabel ist das aber auch so lösbar, so lange man keine Querruderdifferenzierung und keine zugemischte Wölbklappenfunktion benötigt. Die nach dem Anschließen noch falsch gepolten Servoausgänge können über die jeweiligen Potis sehr einfach umgekehrt werden.

Da ich die Routenplanung, also das Fliegen nach Wegpunkten, derzeit nicht nutze, reichen mir für die Steuerung ein Dreifachschalter und einen Zweifachschalter. Beim Einsatz eines Zweifachschalter zur Aktivierung der Stabilisierung muss dieser lediglich in positiver Richtung begrenzt werden.

Hinweis
Um den sicheren Absturz zu verhindern, muss die Regelung für alle Kanäle richtig gepolt sein. Kontrollieren Sie alle Ausschläge, in dem Sie das Modell bei eingeschalteter Stabilisierung um die jeweiligen Achsen bewegen. Ist z.B. die Querachse falsch eingestellt, stürzt das Modell innerhalb weniger Sekunden ab. Sie sollten deshalb beim Ersten Flug auf keinen Fall mit eingeschalteter Stabilisierung starten und diese erst in ausreichender Höhe zuschalten, so dass Sie diese ggf. schnell wieder ausschalten können.

Testflug mit dem Autopiloten

Nachdem die Komponenten verbaut sind und das Modellflugzeug startklar ist, teste ich zuerst die eigentliche Stabilisierung. Anschließend werde ich die Return tu home Funktion und das automatische Kreisen auf der Stelle testen. 

Test der Stabilisierung

Test der Stabilisierung aus jeder Fluglage
Test der Stabilisierung aus jeder Fluglage

Die Stabilisierung dient vor allem dazu, sich auf andere Dinge zu konzentrieren oder in unkontrollierten Situationen wieder in die Ausgangslage zurück zu gelangen. Sobald die Stabilisierung aktiviert wird, geht der Flieger sofort in eine Neutralposition über. Ich habe aus jeder mir erdenklichen Position die Stabilisierung aktiviert und das Modell ging immer innerhalb von weniger als 2 Sekunden in eine waagerechte Flugposition über. Ob nun Loopings, Rückenflug oder Trudeln, diese Stabilisierungsfunktion hat immer absolut zuverlässig und schnell gewirkt.

Auch bei aktivierter Flugstabilisierung lässt sich das Modell noch manuell steuern. In diesem Fall sind die Steuerbewegungen allerdings sehr stark durch die Stabilisierung gedämpft. An Kunstflug ist so also nicht zu denken. Wenn man bei eingeschalteter Stabilisierung stark gegensteuert und die Stabilisierung dann deaktiviert, kann das Modell extrem ausschlagen. 

Test der Return To Home Funktion

Automatischer Flug zurück zum Starpunkt (RTH)
Automatischer Flug zurück zum Starpunkt (RTH)

Die für mich interessanteste Funktion des Autopiloten ist die Return To Home Funktion (RTH). Durch RTH fliegt das Modellflugzeug von jeder Stelle automatisch zurück zum Startpunkt. Wenn Return To Home über einen Dreistufenschalter ausgelöst wird, spielt es keine Rolle, ob man sich gerade im Stabilisierungsmodus befindet oder nicht. Der Flieger leitet unmittelbar den Rückflug ein und kreist dann über dem Startplatz so lange, bis man wieder manuell übernimmt. 

Die RTH-Funktion ist neben der Stabilisierung also ein weiteres sehr nützliches Sicherheitsinstrument, das den Verlust des Modells verhindern kann. RTH lässt sich auch mit Failsafe verbinden, wobei man dann darauf achten muss, dass bei Failsafe der Motor nicht, wie gewohnt, abgeschaltet wird, da der Motor ja für den Rückflug benötigt wird. 

Selbst bei Starkem Wind findet das Flugmodell sicher zurück und leitet dort Kreisflüge ein. Diese sind dann durch den Wind natürlich nicht wirklich rund, was aber keine Rolle spielt. Beim Rückflug versucht das Modell die Höhe konstant zu halten. Das funktioniert auch recht gut. Während des Fluges und auch während des Kreisens kann es immer wieder Höhenschwankungen geben, bei denen der Flieger auch mal in Bodennähe kommen kann. Bei mehreren automatischen Rückflügen zuckte mir zwar manchmal der Finger, manuelles Eingreifen war allerdings letztlich nie notwendig.

Automatische Kreisen

Ähnlich wie beim Return To Home, kann man auch an jeder beliebigen Stelle auf automatischen Kreisflug übergehen. Dabei fliegt das Modellflugzeug dann an der Stelle, an der man den Schalter umlegt im Kreis, bis man die Funktion wieder aktiviert. Die Höhe wird dabei gehalten. Diese Funktion kann z.B: beim FPV Fliegen vorteilhaft sein, wenn man sich einfach mal nur umschauen möchte, ohne steuern zu müssen oder wenn man die Videoausrüstung testen will. Ansonsten ist es einfach gut, solch eine Funktion zu haben, falls man wirklich mal während des Fluges abgelenkt wird bzw. sich etwas anderem zuwenden muss.

Hornet OSD

Screenshot vom Hornet OSD mit künstlichem Horizont
Screenshot vom Hornet OSD mit künstlichem Horizont

Das für den FY 31 AP passende Hornet OSD bietet alle notwendigen Funktionen, wie Höhe, Steiggeschwindigkeit, Geschwindigkeit, Kompass, GPS Daten Winkel zum Heimfliegen, Entfernung zur Startposition, Spannung, Strromaufnahme, Energieverbrauch, Temperatur und Anzahl der Satelliten. Zusätzlich können verschiedene Ansichten gewählt werden, wovon eine als Radaransicht angezeigt wird. Das OSD zeigt auch an, wenn man Return to Home aktiviert. 

Besonders nützlich am Hornet OSD ist der künstliche Horizont, der die Fluglageerkennung deutlich vereinfacht. Einstellen kann man im Vergleich zum EagleTree OSD natürlich kaum was, bisher habe ich aber auch nichts vermisst, die Anzeigen sind groß genug und deutlich gestaltet. Besonders in Verbindung mit dem FY 31 AP spielt das Hornet OSD seine Stärken aus. 

Bezugsquellen

Den Autopiloten bekommt man entweder direkt vom Hersteller oder inzwischen auch vom deutschen Fachhändler Globe Flight für 279 EUR inklusive OSD. Ohne OSD bekommt man den Autopiloten alleine für 199 EUR.Preislich gibt sich das nicht viel, weshalb ich empfehle, den Autopiloten zusammen mit dem Hornet OSD in Deutschland zu bestellen. Dann ist er auch innerhalb weniger Tage geliefert und man hat die entsprechende Garantie, sowie einen kompetenten Ansprechpartner.

Mein Fazit

Die einfache Installation bei einem akzeptablen Preis, sowie die Tatsache, dass der Autopilot im Ernstfall ein wertvolles Modell retten kann, machen den FY 31 AP von Fyetech für mich zu einer absolut sinnvollen Investition. Im vergleich zu den bereits vor längerem getesteten FY 20 A und der Flugstabilisierung von Revolectrix ist besonders auch die RTH Funktion ein absoluter Sicherheitsgewinn für jedes Modellflugzeug. Die Automatische Flugroutenplanung hingegen ist mehr als Spielerei zu verstehen und  trägt im Vergleich zur Stabilisierung und RTH nicht zur Erhöhung der Sicherheit bei, was aber nicht bedeutet, dass ich das nicht noch testen werde. Mich hat das System absolut überzeugt und es macht Spass damit zu fliegen.

Für die Zukunft würde ich mir noch wünschen, dass man den Autopiloten mit mehr Konfigurationsmöglichkeiten ausstattet, um so z.B. über verschiedene Flugphasen Mindesthöhen und unterschiedliche Empfindlichkeiten programmieren zu können.