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iVol 2G16 Praxistest

Ein Jeti-Sender made in Germany nicht nur mit ungewöhnlichem Design, sondern durchweg anders als alles was man bisher so gewohnt war, hält man mit der iVol 2G16 in den Händen. Unzählige Sender konnte ich bereits testen. Außer der Displaygröße, der Verarbeitungsqualtität und der Schalteranordnung folgen allerdings alle bekannten Sender dem gleichen Schema.

Um so interessanter gestaltete sich der Test des iVol Jeti Duplex Senders, die ursprünglich für den Simulatorbetrieb konzipiert war und nun mit einer hochwertigen Elektronik, sowie einer integrierten Jetibox ausgeliefert wird.

Der erste Eindruck

Der iVol Sender
Der iVol Sender

Ich muss zugeben, der erste Eindruck war etwas verwirrend. Ich dachte, dass da irgendwas fehlte. Der Sender kommt mit zwei Schaltern und zwei Proportinalgeber. Vier weitere Schalter lassen sich sehr einfach und günstig nachrüsten. Neben dem Sender wird noch ein USB-Kabel geliefert, das sowohl für die Programmierung, als auch als Ladekabel genutzt wird. Mehr als 5 Volt benötigt der Sender nicht.

Optik und Haptik

Dass die Optik ungewöhnlich ist, steht außer Frage. Das Design sagt mir persönlich sehr zu. Beim Hersteller kann man übrigens Abdeckungen in mehreren Farben nachbestellen. Neben dem hochwertigen Kunststoff fällt besonders der massive äußere Gummi auf, der dem sehr leichten Sender etwas Gewicht gibt. Die Gummis sind außerdem ein guter Auflageschutz.

Die Knüppelagragate sind mit einem Mittelklassensender vergleichbar und auch um den Nullbereich präzise und spielfrei. Ich sehe die Qualität zwischen einer T8FG und einer T10CG.

Hardware konfigurieren

Knüppel einstellen
Knüppel einstellen

Als erstes wurde der linke Knüppel als Gas-Knüppel eingestellt. Das geht, ohne das Gehäuse aufzuschrauben. Über einen eingeklippsten Imbusschlüssel kann man durch das Gehäuse hindurch die Knüppel einstellen. Die Federn lassen sich deaktivieren, die Federkraft einstellen und der Gas-Knüppel auswählen.

Zusatzschalter habe ich keine eingelötet. Es zeigt sich aber, dass dies über die vorbereiteten Lötstellen sehr einfach machbar ist.

Als Spielerei lässt sich auch noch die Hintergrundfarbe des Displays anpassen. Blau hat sich bei mir am besten bewährt.

Empfänger binden

Gewohnt einfach lassen sich Jeti-Empfänger mit dem Sender binden. Besonders interessant ist die bereits eingebaute Jetibox.

Programmierung

Empfängerspannung über integrierte Jetibox anzeigen
Empfängerspannung über integrierte Jetibox anzeigen

Die Programmierung geschieht fasst ausschließlich über die externe Software iVol Hangar. Die Modellprogramme können über den PC definiert und anschließend auf die Fernsteuerung übertragen werden. Bei der Programmierung wird man mit einer umfangreichen Oberfläche und grafischen Hilfsmitteln, um z.B. die Servowege zu definieren, unterstützt. Neben der wizard-basierten Progammierung können die Programme alternativ auch im Quelltext definiert werden. Die iVol versteht sich als frei programmierbare Fernsteuerung und wird diesem Anspruch auch gerecht.

Auch ohne Dokumentation kommt man hier klar. Die Struktur ist logisch und flexibel. Über Modellkomponenten, Mischer und Signalzuordung kann man vollig flexibel beliebige Steuerfunktionen definieren. Ein Wolbklappenfunktion auf zwei Querruderservos ist z.B. in wenigen Sekunden programmiert.

Über das Menü gelangt man auch direkt zu den eingebauten Jetibox Funktionen. Auch dise lassen sich über die Trimmtaster bedienen.

Während ein technisch versierter Pilot sich an diesem Sender also austoben kann, wird der normale Modellflieger grundlegende Einstellmöglichkeiten, wie z.B. Exponential am Sender selbst vermissen. Als Quadrocopter Pilot hat man zwar für gewöhnlich mindestens ein Netbook auf dem Flugplatz dabei. Zusätzliche Einstellmöglichkeiten würden senderseitig allerdings deutliche Vorteile bringen.

Eingebaute Telemetrie

Da bereits eine Jeti-Box eingebaut ist, sind auch alle notwendigen Telemetriedaten direkt auf dem Display ablesbar. Die iVol ist somit der erste lieferbare Jeti-Sender mit eingebauter Telemetrie. 

Ergonomie

Aus ergonomischer Sicht ist der iVol Sender unschlagbar. Er wiegt nicht viel mehr als der NiMh Akku einer MC 24 und liegt perfekt in der Hand. Ein Pult ist für den Sender praktisch nicht notwendig. Auch die fehlende äußere Antenne ist vorteilhaft, da man auf diese keine Rücksicht nehmen muss.

Alle Geben sind gut erreichbar und das hintergrundbeleuchtete Display lässt sich gut ablesen, könnte allerdings bei gleicher Auflösung etwas größer sein. Das Programmierrad hat einen zu geringen Druckpunkt, so dass es schnell zu ungewollten Klicks kommen kann.

Die Trimmtaster sind perfekt angeordnet und so im Vergleich zu einem klassischen Sender oder auch zu einer RoyalPro merklich angenehmer zu bedienen. Sie dienen außerdem zur Bedienung des Menüs.

Fliegen mit der iVol

Nach dem Binden und Programmieren gings ans Fliegen. Ein mit BEC ausgerüstetes gutmütiges Elektroflugzeug als Hochdecker mit Querrudern wurde zum Test ausgesucht. Der Sender lässt sich ohne Pult extrem leicht handhaben. Wie kein anderer Sender lässt er sich sicher auch mit einer Hand halten. Das Fliegen verlief sehr entspannt. Den Sender kann man aufgrund des geringen Gewichtes und der Form einfach an den Bauch drücken und so zeitweise, je nach Modell, auch mit einer Hand fliegen.

Testurteil

Pro:

+++Sehr gute Ergonomie
+++
Absolute Freiheit bei der Programmierung und Erweiterung
++Eingebaute Telemetrie
++Hochwertige Komponenten und gute Vearbeitung
+
Kein Ladegerät notwendig (Laden über USB

Contra:

---Unvollständige Dokumentation (Stand 23. Juni 2011)
--
Programmierung ausschließlich über den PC
--Hoher Preis

Fazit

Der Sender ist nicht gerade günstig, wodurch das Angebot einen Großteil potentieller Kunden leider nicht anspricht. Das Problem der derzeit noch nicht vollständigen Dokumentation dürfte sich in Kürze erledigen. Durch die offene Architektur des Senders, sowohl software- als auch hardwareseitig, ist dieser für technisch versierte Individualisten erste Wahl. Etwas gewöhnungsbedürftig, überzeugt der Sender durch hochwertige Komponenten und etlichen innovativen Schmankerln.