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Sicherheitscheck bei einem Elektromodellflugzeug vor dem Start

Bei einem Elektromodell sind einige Dinge vor dem Flug zu prüfen, um einen sicheren Flug zu gewährleisten. Ich gehe hier speziell auf ein Flugmodell mit E-Motor ein, wobei einige Punkte auch Flieger mit Verbrenner betreffen. Je nach Ausführung des Modells, z.B. Schaumwaffel, Speedmodell, Impeller-Jet oder Holz-Doppeldecker sind noch spezielle Checks notwendig. Die aufgeführten Punkte sollten aber entweder geprüft oder zumindest zur Kenntnis genommen werden. Jeder einzelne Punkt, der nicht berücksichtigt wird, kann zu Schäden oder im schlimmsten Fall sogar zum Verlust des Modellflugzeugs führen. Manche Punkte sind auch nur einmalig sicherzustellen und müssen nicht vor jedem Flug geprüft werden.

Fernsteuerung

Schalten Sie den Sender immer zuerst ein, achten Sie darauf, dass das Gaß auf Leerlauf steht und prüfen Sie, ob Sie das richtige Modell ausgewählt haben, um Beschädigungen und Verletzungen zu vermeiden. Achten Sie auch auf einen ausreichenden Ladezustand des Senders. 

Bei einem 35 MHz System muss die Antenne beim Einschalten schon ausgezogen sein. Bei 2,4 GHz Sendern achte Sie auf die optimale Ausrichtung der Sendeantenne. Nicht auf das Modell richten.

Elektromotor prüfen

Die Schrauben am Motor möglichst 4 Stück statt 2 sollten fest sitzen. Wenn Sie diese alle gleich ausrichten, falls möglich, oder mit einem Farbpunkt versehen, können sie schnell prüfen, ob sich eine Schraube gelockert hat.

Der Motor muss vibrationsarm laufen. Dies kann je nach Konstruktion variieren. Sie sollten aber immer mit einem kurzen Motorcheck prüfen, ob die Vibration ungewöhnlich stark ist, was auf ein Problem hindeutet. Es neben einem lockeren Motor kann z.B. auch ein defektes Lager oder eine Lose Schraube am Motor selbst die Ursache sein.

Die Luftschraube muss fest sitzen und darf sich nicht gelöst haben. Auch hier kann eine Markierung helfen, um zu prüfen, ob sich die Luftschraube gelockert hat. Falls sie einen Spinner einsetzen, sollten Sie diesen von Zeit zu Zeit abnehmen und die Montage der Luftschraube prüfen. Eine lockere Luftschraube macht sich durch erhöhten Lärm bemerkbar. Allerdings kann sich eine Luftschraube auch sehr schnell lockern, so dass vor dem Start nur geprüft werden kann, ob die Schraube noch sitzt.

Elektro Flugregler

Der Flugregler muss immer ausreichend gekühlt werden, falls er aufgrund der durch ihn hervorgerufenen Verlustleistung erhitzt wird. Gerade billige Regler neigen dazu schnell heiß zu werden. Prüfen Sie Ihre Antriebskonfiguration mit der Hand bei Vollgas. Sie werden dann schnell feststellen, ob der Regler heiß wird oder nicht. Wichtig ist auch, dass der Regler, wenn er belüftet werden muss nicht durch Schaumstoff oder ähnliches verdeckt wird. Manchmal ändert man die Position des Akkus und füllt den Rumpf mit Schaumstoff aus, ohne dabei auf den Regler zu achten und die Kühlung sicherzustellen. 

Machen Sie vor dem Flug auch einen Vollgastest und prüfen Sie, ob der Regler sauber reagiert. 

Akkus prüfen

Wie gut die Lipo-Akkus sind, können Sie teilweise bereits beim Laden mit einem guten Ladegerät erkennen. Dort sehen Sie, ob die Spannungen aller Zellen gleich sind. Wenn ja, sind diese gut balanciert. Falls sie die Einzelspannungen über das Balancerkabel am Ladegerät erkennen können, sollten Sie auch mal den Akku anschließen und dann die Spannung unter Last anschauen. Je nach Akkutyp gibt es hier riesige Unterschiede. Ein guter Lipoakku hält die Spannung stabil, während die Spannung bei einem Schlechten Akkupack z.T. völlig einbricht.

Sie sollten beim Anschluss auf eine sichere Verbindung der Hochstromstecker achten. Prüfen Sie bei Gelegenheit auch mal, ob die Stecker überhaupt für die auftretende Strombelastung ausgelegt sind. 

Grundsätzlich empfehle ich den Einsatz von Lipowächtern. Das sind kleine leichte Module, die an den Balanceranschluss gesteckt werden und die Einszelspannung der Lipozellen überwachen. Manche Lipowächter haben ein Display, andere einen Pipser. Diese Pipser deuten eine schachen Akku während des Fluges akustisch an und sind deshalb unverzichtbar, falls Sie die Spannung der Akkus nicht mit Telemetrie überwachen.

Stellen Sie sicher, dass die Akkus geschützt untergebracht sind, so dass diese mechanisch nicht beschädigt werden können. Lipos sind sehr empfindlich. Die Akkus müssen des weiteren dem Flugstil entsprechend befestigt werden. Wenn Sie garantiert nie Überkopf fliegen werden - aber wer will das schon - können Sie den Akku einfach einlegen, andernfalls müssen Sie ihn befestigen. Ein nicht ausreichend befestigter Akku kann im Rückenflug aus dem Modell fliegen und so, falls sie ein BEC Sytem einsetzen, das Modellflugzeug zum sicheren Absturz bringen.h

Servos prüfen

Die Servos müssen grundsätzlich leicht laufen, um unnötige Belastungen und unnötigen Stromverbrauch zu vermeiden. Am Leichtlauf ändert sich normal während der Zeit wenig. Diese Prüfung ist vor allem nach einer Bruchlandung oder nach einer besonderen Belastung von Rudern notwendig. Fehlender Leichtlauf ist auch durch ständig zitternde Servos zu erkennen, die durch kurze Bewegung der Steuerknüppel nachlässt, da diese erst dann in eine entspannte Position fahren. 

Sie sollten auch prüfen, ob die Servos immer automatisch in die Neutralstellung zurück gehen. Dazu stellen Sie die Ruder abwechselnd in eine Richtung und dann in Neutralstellung. Die Servos dürfen weder vor der Neutralstellung stoppen, da dann die Anlenkung zu schwerfällig geht, noch nachlaufen. Wenn Servos eine Hysterese haben, dann sollten diese ausgetauscht werden. Servos, die nachdem man den Knüppel los lässt erst wieder eine Position finden müssen, die außerdem unterschiedlich ist, je nach dem aus welcher Richtung sie kommen, sind nicht mehr zu gebrauchen.

Prüfen Sie auch, ob Sie ein Knackgeräusch hören, wenn Sie die Servos über den ganzen Weg steuern. Dies deutet auf ein überlastetes Servo mit gebrochenen Zahnrädern hin.

Empfänger

Dass alle Stecker sauber eingesteckt sind, versteht sich von selbst. Bei einem 35 MHz System muss die Antenne ausreichen zugentlastet sein, um Schäden zu verhindern. Der Empfänger muss sicher befestigt und gleichzeitig gegen Vibrationen vom Elektromotor geschützt sein. Dies kann z.B. durch Schaumstoff oder Moosgummi erreicht werden. Beim Einsatz von 2,4 GHz Empfängern sollten die Antennen nach außen verlegt und im 90° Winkel zueinander ausgerichtet sein, um durch die unterschiedliche Ausrichtung jeweils eine optimale Polarisation zu gewährleisten. Die Antennen müssen normal nicht befestigt werden, sollten aber regelmäßig geprüft werden, ob sie noch sauber sitzen. Nicht benötigte Anschlüsse können beim Empfänger abgeklebt werden, um Verschmutzung zu vermeiden. Der Empfänger sollte außerdem möglichst weit vom Regler entfernt untergebracht werden. Oft ist der Empfänger so eingebaut, dass er nicht vor jedem Flug zugänglich ist. In dem Fall sollten Sie diesen ab und zu kontrollieren.

Ruder

Der obligatorische Funktionstest der Ruder zeigt meist schon, ob etwas nicht stimmt. Sie sollten sich deshalb angewöhnen vor jedem Flug das Modell von hinten zu betrachten und die Ruderausschläge sowie die Richtung zu prüfen. Falls Sie ein Stabilisierungssystem bzw. einen Autopiloten einsetzen, sollten Sie das Modell bewegen, um auch die Ausschläge durch die Stabilisierung zu prüfen.

Rudergestänge und Anlenkungen

Neben den Rudern müssen auch die Gestänge der Anlenkung geprüft werden. Prüfen Sie das Spiel, indem Sie die Ruder leicht bremsen, währen diese Bewegt werden. Außerdem sollten Sie leicht daran rütteln, um zu sehen, ob diese spielfrei angelenkt wurden. Je nach Modell ist ein gewisses Spiel durchaus akzeptabel. Das Spiel sollte aber nicht unerwartet steigen. Prüfen Sie die Befestigung von Rüderhörnern, Servohebeln und Anlenkung. Falls diese gelötet oder geschraubt wurden, sollten Sie prüfen, ob die Verbindung ausreichend gesichert ist und hält.

Tragflächen

Falls die Tragflächen mit Gummis befestigt sind, prüfen Sie, ob diese nicht spröde sind und stellen Sie sicher, dass auch ein gerissener Gummi weiterhin einen sicheren Flug ermöglicht. 

Bei Flächen, die über Schrauben befestigt sind, prüfen sie, ob diese stramm sitzen. Beim Festziehen der Flächen, sollten Sie vorsichtig vorgehen - nach fest kommt ab. 

Falls zweiteilige Flächen durch einen Bolzen verbunden sind, müssen diese regelmäßig kontrolliert werden, um Materialermüdung auszuschließen.

Sonstiges

Jedes Modellflugzeug hat seine speziellen Schwächen, die besonders geprüft werden müssen. Wichtig ist neben der regelmäßigen Kontrolle des Flugzeugs, dass Sie besonders nach harten Landungen oder gar Abstürzen das Modell eines intensiven Checks unterziehen.

Beim Einbau neuer Komponenten oder bei neu programmierten Funktionen sollten Sie die Funktionen ebenfalls sorgfältig kontrollieren. 

Fast alle Verluste wären durch sorgfältige Kontrolle zu vermeiden und da man nicht immer mit dem gleichen Modellflugzeug fliegen will, bleibt dauernde Kontrolle nicht aus.