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Die Fernsteuerung für den Modellflug Einstieg

Jetzt, welche Fernsteuerung soll man als Anfänger nehmen? Die Antwort hängt vor allem davon ab, was man zukünftig alles vor hat. Klar ist: Die Anschaffung einer Modellflug Fernsteuerung ist eine langfristige Investition und kann in der Regel auch für mehrere Modellflugzeuge verwendet werden.

Entscheidungskriterien

Entscheidend für den Kauf einer Fernsteuerung für den Modellflug sind folgende Kriterien:

  • Ergonomie
  • Qualität
  • Leistung
  • Sicherheit
  • Preis

Ergonomie des Senders

Fragen Sie auf dem Modellflugplatz oder im Fachgeschäft nach, ob Sie einen Sender, der Ihnen gefällt mal in die Hand nehmen dürfen. Sie werden schnell merken, ob eine Fernsteuerung gut in der Hand liegt oder nicht. Es gibt enorme Unterschiede und eine Fernsteuerung nur aufgrund eines Fotos im Internet zu bestellen, kann schnell schief gehen.

Grundsätzlich unterscheidet man im Modellflug folgende zwei unterschiedliche Typen von Fernsteuerungen:

Pultsender

Diese Art der Fernsteuerung war noch vor Jahren sehr beliebt. Heute hat er allerdings stark an Bedeutung zu Gunsten kompakter Handsender verloren.

Handsender

Handsender wurden in den letzten Jahren auch für den Modellflug immer beliebter und sind heute auch im höheren Qualitätsbereich, der früher fast ausschließlich den Pultsendern vorbehalten war zu finden. Ihr kompakterer Aufbau erlaubt es, sehr flexibel zu agieren, sei es zum Werfen von Flugmodellen oder auch zum Auffangen.

Qualität

Es gibt enorme Unterschiede hinsichtlich der Verarbeitungsqualität, die sich in der Regel im Preis wiederspiegelt. Eine hochwertige Fernsteuerung erkennen Sie vor allem daran, wie leicht und präzise sich die Steuerknüppel bewegen lassen. Auch an den Bedienelementen für erweiterte Kanäle und zur Programmierung werden Sie merken, ob Sie einen hochwertigen Sender in der Hand halten.

Leistung

Abhängig von der Preisklasse ist, neben der Anzahl der zu speichernden Modelle, vor allem auch der Umfang der Misch- und Programmiermöglichkeiten. Bei Fernsteuerungen im oberen Preissegment wird die Programmierung dann vor allem auch durch ein großes Display sehr komfortabel und einfach. Anfäger werden höchstwahrscheinlich noch keine erweiterten Mischfunktionen vermissen. Dies kommt allerdings mit der Zeit von selbst. Delta- und V-Mischfunktionen sind Pflicht und heute auch bei jedem Computersender zu erwarten. Genauso wie eine Exponentialfunktion, die das Steuer erheblich komfortabler machen kann, da die Steuerung um den Nullpunkt weniger empfindlich eingestellt werden kann. Somit lassen sich Modellflugzeuge feinfühliger steuern. Dies ist besonders für Anfänger sehr angenehm. Mit einer Dual-Rate Funktion können Sie durch einen Schalter den Servoweg begrenzen. Damit lassen sich Modelle übertrieben ausgedrückt von heiß auf gutmütig umstellen. Sie sollten mindestens 5 Kanäle zur Verfügung haben. 4 davon für die wichtigsten Steuerfunktionen Gas, Querruder, Höhen- und Seitenruder und mindestens einen Kanal als Reserve. Früher oder später wollen Sie vielleicht mal eine Kamera auslösen oder mit der Fernsteuerung die Landeautomatik zuschalten. Achten Sie beim Kauf auch darauf, ob die Zusatzkanäle am Sender bereits ausgebaut sind, d.h. alle Schalter, Taster und Schieber sind bereits im Sender drin. Ist das nicht der Fall, wird es beim Nachrüsten teuer.

Sicherheit

Besonders im Modellflug ist Sicherheit ein sehr wichtiges Thema. Beim Kauf einer Fernsteuerung sollten Sie hier keine Kompromisse machen. Nicht nur Profis sollten jede erdenkliche Gefahrenquelle ausschließen, sondern gerade auch Anfänger.

Frequenz

Hier stellt vor allem die zu verwendende Frequenz eine grundsätzliche Frage dar. Sie haben die Qual der Wahl. Sollen Sie auf die altbewährte 35 MHz Technik setzen, die den Modellfliegern exklusiv zur Verfügung steht? Sollen Sie lieber eine Anlage mit 40 MHz kaufen, mit der Sie nicht auf Modellflugzeuge bzw. Modellhubschrauber beschränkt sind oder sollen Sie gleich auf die neue 2,4 GHz Technik setzen, die keine Quarze zur Festlegung des Kanals erfordert und somit Doppelbelegung des eingesetzten Kanals praktisch unmöglich macht? Auf welches System Sie setzen sollten, hängt vor allem davon ab, welche Art von Modellflug Sie betreiben.

Reichweite und Störsicherheit

Vom klassischen Modellflug ausgehend, bei dem eine Flugzeug zwischen 500 g und 5 kg wiegt, im Freien mit Elektromotor geflogen wird, Aerodynamik eine Rolle spielt und das Modell auch mal bis an die Sichtgrenze geflogen wird, sind vor allem die Reichweite und Störsicherheit die entscheidenden Faktoren. Auf die Reichweiten gehe ich bei der Beschreibung der einzelnen Frequenzen noch näher ein.

Die unterschiedlichen Frequenzen

Fernsteuerung mit 40 MHz

Beim Betrieb einer 40 MHz Fernsteuerung ist vor allem der Preis herauszuheben. Sie bekommen für eine derartige Anlage bereits für 20 EUR sehr leichte Billigempfänger, die für Indoorflug völlig ausreichen sind. Auf dem Modellflugplatz müssen Sie allerdings darauf achten, dass niemand auf der gleichen Frequenz unterwegs ist, da es nur eine sehr begrenzte Anzahl an Kanälen gibt und diese zudem nicht ausschließlich für den Modellflug reserviert sind. Für diese Frequenz sprach noch vor Jahren, dass im Gegensatz zum 35 MHz-Band damals keine Gebühren fällig waren. Heute sind beide Bänder gebührenfrei, sodass beim ausschließlichen Einsatz in Modellflugzeugen nichts mehr für 40 MHz spricht.

Fernsteuerung mit 35 MHz

Da dieses Frequenzband ausschließlich den Modellfliegern vorbehalten ist, stellt es gegenüber 40 MHz grundsätzlich einen Sicherheitsvorteil dar. Doppelbelegung lässt sich dadurch allerdings auch nicht ausschließen. Es gibt heute allerdings schon Synthesizer Sender, die ständig überwachen, ob jemand in der Nähe eine Fernsteuerung mit gleichem Kanal einschaltet, was normalerweise genügend Zeit lässt, um einen Schreier los zu lassen. Hinsichtlich der Reichweite können Sie beruhigt sein. Eine gute 35 MHz Fernsteuerung geht problemlos über die Sichtweite, die je nach Modell ca. 300-500 meter beträgt hinaus. Für 35 MHz gibt es auch Diversity-Systeme, die es erlauben, über zwei Empfänger das jeweils stärkste Signal auszuwerten und somit noch höhere Störsicherheit zu erreichen. Die rasante Entwicklung hin zu 2,4 GHz Systemen lässt die Preise für gebrauchte 35 MHz Anlagen derzeit enorm fallen. Deshalb kann hier das ein oder andere Schnäppchen gemacht werden. Außerdem lassen sich die meisten hochwertigen Anlagen später mit 2,4 GHz Sendemodulen nachrüsten. Nicht unbeachtet sollten ie lassen, dass das eigentliche Problem von 35 MHz, die Doppelbelegung, dann nicht mehr besonders kritisch ist, wenn die meisten auf 2,4 GHz umgestellt haben. Je weniger mit 35 MHz senden, desto sicherer ist diese Technologie.

Fernsteuerung mit 2,4 GHz

Das neueste Kind im Bunde heißt 2,4 GHz. Sie kennen dieses Frequenzband bereits aus dem WLan Bereich oder vom Babyfon. Es ist nicht wie das 35 MHz Band ausschließlich für Modellfieger vorgesehen, sondern kann von jedem genutzt werden. Im Gegensatz zu den konventionellen Fernsteuerungen, können hier allerdings nur Emfpänger vom selben Herstellern eingesetzt werden, da jeder Hersteller sein eigenes Übertragungsprotokoll nutzt, weshalb die Empfänger auch noch deutlich teurer sind. Von der Reichweite her sind vor allem die Fernsteuerungen von Robbe hervorzuheben. Diese senden im Frequenzhoppen-Betrieb und deshalb auch mit 100 mw. Dadurch sind Reichweiten von über 2 km erreichbar, was zwar in der Praxis nicht unbedingt notwendig, aber dennoch beruhigend ist. Andere Anlagen wie die von Spektrum dürfen in Deutschland nur mit 10 mw senden. Von Import-Fernsteuerungen mit höherer Leistung sollten Sie aus rechtlicher Sicht Abstand nehmen. Es sei allerdings erwähnt, dass auch die Spektrum-Fernsteuerungen für den normalen Modellflug völlig ausreichend sind und deshalb getrost eingesetzt werden können. Die Spektrum Anlagen bestechen vor allem durch ihr gutes Preis-Leistungsverhältnis. Eine Einsteigeranlage gibt es bereis ab 80 EUR inklusive Empfänger.

Fazit

Auch im Modellflug Bereich gibt es zwischenzeitlich sehr günstige und gleichzeitig gute Fernsteuerungen. Auf welchen Fernsteuerungs-Typ Sie setzen sollten, hängt wie beschrieben von mehreren Faktoren ab. Meine Empfehlung: Legen Sie sich eine 2,4 GHz Fernsteuerung mit FASST-Technologie zu. Inzwischen gibt es für 139 EUR ein Komplettset der Graupner MX 12 Hott mit Empfänger, Senderakku und Sprachausgabe. Diese eignet sich hervorragend für den Einstieg in den Modellflug und ist keinesfalls ausschließlich anfängertauglich. Sie können damit bereits mehrere Modelle speichern und über Jahre hinweg Freude haben. Wer günstiger einsteigen will, ist mit der DX5e von Spektrum bereits in der Lage einfache Modellflugzeuge zu steuern. Wenn es hingegen ein bischen Mehr sein darf, hat Robbe nach oben hin keine Grenzen, wobei man meiner Meinung nach mit der FF 10 bereits ein High-End-System in der Hand hält.